Saudrückjagden heute

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Unsere Welt verändert sich ständig und das gilt ebenso für die Welt des Jagens. Bestände und Lebensbedingungen für das Wild bleiben selten genau gleich, was sich besonders dann zeigt, wenn man in vielen verschiedenen Ländern jagen will.

Andre Marc

 

Saudrückjagden heute

Unsere Welt verändert sich ständig und das gilt ebenso für die Welt des Jagens. Bestände und Lebensbedingungen für das Wild bleiben selten genau gleich, was sich besonders dann zeigt, wenn man in vielen verschiedenen Ländern jagen will.

Das Schwarzwild reagiert ganz besonders empfindlich auf Veränderungen. Plant man also eine gemeinsame Drückjagd im Ausland mit seinen Freunden, sollte man sich über die momentanen Verhältnisse im jeweiligen Jagdland genau informieren. Unser Artikel soll den Waidmann dabei unterstützen, eine solche Jagd möglichst erfolgreich zu planen.

Es gab immer wieder Jagdländer, die eine Zeit lang als Geheimtip für Saudrückjagden galten. Dann aber stellte sich heraus, dass dort zwar vielleicht starke Keiler und ab und zu gute Strecken gab, der Erfolg aber so unregelmäßig eintrat dass man dort nicht seriös Jagden anbieten konnte. Dieses Phänomen ist unter Auslandsjägern nicht unbekannt und es kommt immer wieder vor, dass sich die Situation nach einiger Zeit wieder verbessert und wieder mit gutem Gewissen seriöse Jagden angeboten werden. Man sollte ich also regelmäßig darüber informieren, wie die Situation in den entsprechenden Jagdländern gerade aussieht.

Wir konzentrieren uns im folgen deshalbd auf die Länder und Angebote, die nach unserem Wissen zur Zeit seriöse und erfolgreiche Jagden bieten können. Dabei gibt es unterschiedlichste Möglichkeiten und Trophäenqualitäten, was dem Jäger die Möglichkeit bietet, bei der Auswahl genau den eigenen Wünschen zu entsprechen.

Polen

Für die Waidmänner aus dem deutschsprachigen Bereich war Polen schon immer eines der wichtigsten Jagdziele – und dies vollkommen zurecht. Das gilt auch für Saudrückjagden, obwohl sie gerade in Polen ihre Besonderheiten haben. Hier denken wir vor allem an die bunte Strecke, die dort in den meisten Fällen zu erwarten ist: neben Sauen können oft auch Rot- und Damwild mitbejagt werden. Für viele Saujäger ist das ein Entscheidungsgrund, vielleicht auch deshalb, weil sie in ihren heimischen Revieren eine solche Gelegenheit nicht haben.

Was für polnische Reviere spricht ist außerdem auch das sehr gute Preis-Leistungsverhältnis, also viel Jagd und gute Keilerwaffen für relativ wenig Geld. Das ist grundsätzlich in Polen so, nicht nur bei Saudrückjagden, was diesem Land schon immer eine herausragende Bedeutung untern den europäischen Jagdländern verliehen hat. Der Trend zu Pauschaljagden ist auch hier zu beobachten, so dass eine viertägige Sautreibjagd mit gemischter Strecke für etwa 2.200 Euro angeboten wird. Darin sind in der Regel alle Abschüsse an Schwarzwild (inklusive starker Keiler), Rotkahlwild, sowie geringe Rot- und Damhirsche enthalten. Stärkere Rothirsche ab 2,5 Kilogramm Geweihgewicht werden dann nach Preisliste berechnet. Nur zur Orientierung: ein Rothirsch mit 3,5 Kilogramm kostet etwa 1.250 Euro, mit 6 Kilogramm knapp 2.000 Euro. Um die Seriösität zu betonen, wird in einigen Revieren auch eine Abschussgarantie gegeben, und zwar für mindestens 45 Stück Wild nach vier Jagdtagen, ein Schussverhältnis von 1:3 vorausgesetzt.

Wir denken dabei vor allem an Reviere im Westen und Südwesten Polens, die mit ihren ausgedehnten Mischwäldern, Wiesen und Feldern in der Regel auch landschaftlich sehr reizvoll sind. Meist sind das sehr große Reviere mit über 20.000 Hektar, wo es neben Sauen auch Rot-, Dam- und Rehwild gibt, das auch freigegeben wird. So kann sich der Waidmann nicht nur auf starke, alte Keiler freuen, sondern auch auf eine bunte Strecke, die wirklich sehr beeindruckend sein kann. 

Das Niveau des jagdlichen Service ist hier sehr hoch. Man kann nicht nur eine professionelle Jagdorganisation erwarten, sondern auch ausgezeichnete Unterkünfte in komfortablen Jagdhäusern oder Landhotels und eine zünftige Verpflegung, die von den Jäger sehr geschätzt wird. Alle Revierteile sind in der Regel gut erschlossen und mit Fahrzeugen erreichbar, so dass man schnell von Treiben zu Treiben wechseln kann und auch ältere Jäger voll mithalten. Es wird in der Regel darauf geachtet, dass die Unterkünfte höchstens fünf bis zehn Kilometer entfernt von den Revierteilen liegen, in denen gejagt wird (Anfahrten von 20 bis 30 Minuten).

Was kann man hier erwarten? Meist werden vier bis fünf groß angelegte Treiben pro Tag durchgeführt. Der abgestellte Jahdgast sieht in der Regel viel Wild und hat genug Chancen zum Schuss zu kommen. Es sind hier auch Reviere dabei, in denen der Anteil des Rotwilds an der Gesamtstrecke sehr hoch ist, was für manchen Waidmann ein wichtiger Entscheidungsgrund sein kann. Um den Jagderfolg zu sichern, erwartet man eine Gruppengröße von mindestens zehn Schützen.

Die Treiben werden sehr professionell und effektiv durchgeführt, was man in einem Land mit solch einer langen Jagdtradition und jahrezehntelanger Präsenz im international Jagdtourismus auch erwarten sollte. Sehr wichtig ist auch, dass in den letzten Jahren sehr oft auch kapitale Keiler auf der Strecke lagen. Der Grund dafür liegt auch darin, dass die Jagdverwaltungen den Abschuss von Sauen grundsätzlich auf Drückjagden haben durchführen lassen – natürlich zur Freude der Gastjäger.

In einem solchen polnischen Revier liegt die optimale Gruppengröße bei 14 bis 18 Schützen, mit denen man viel mehr Erfolg hat als bei nur zehn Jagdteilnehmern, weil man die Jäger besser abstellen kann. Man erwartet eine Tagesstrecke von einem Stück Wild pro Jäger, aber das Jagdglück lässt sich natürlich nicht planen; so gibt es auch Jäger, die vier bis fünf Stück Wild pro Tag erlegen. In der vorigen Jagdsaison gab es auch eine Gruppe, die während ihrer drei Tage über 80 Stück Wild erbeuten konnte, was damit die beste Jahresstrecke darstellte. Knapp 50 Stück davon waren Sauen (bei sechs Keilern mit Waffen über 16 Zentimeter, der stärkste Basse 23 Zentimeter), der Rest Rot- und Damwild. Für eine solche Jagd würden wir die Monate November, Dezember und Januar empfehlen.

Grundsätzlich gilt für Polen, dass dort die Strecken auf Saudrückjagden besser geworden sind als sie es vor 20 Jahren waren. Das hängt auch damit zusammen, dass die Bestände von Schwarz- und Rotwild gestiegen sind. Realistisch sind heute etwa vier bis fünf Keiler im Bereich 14 bis 20 Zentimeter pro Gesamtstrecke, und ein bis zwei Bassen der hohen Klasse über 20 Zentimeter; alles in freier Wildbahn, versteht sich.

Tschechien

Hier haben wir mit einem Jagdland zu tun, dessen Jagdtradition und hegerische Erfolge bei einigen Wildarten (wie Muffel- und Damwild, sowie bei Fasanen) sehr beeindruckend sind. Tschechien war aber auch schon in sozialistischer Zeit im internationalen Jagdtourismus präsent und die tschechischen Förster und Berufsjäger haben sich bekanntermaßen auch einen Namen bei der Organisation von ausgezeichneten Sautreibjagden gemacht. Besonders ist an diesen Jagden, dass sie dem interessierten Gastjäger auch verschiedene Kombinationsmöglichkeiten mit Rot-, Muffel-, Dam- und sogar Sikawild bieten (je nach Lage des gewählten Reviers natürlich) und somit in der Regel eine bunte Strecke in freier Wildbahn.

Von Interesse sind wegen der Nähe zur deutschen Grenze und Möglichkeit der Anreise mit dem eigenen Fahrzeug vor allem Reviere im Westen des Landes, etwa Böhmen mit seinen wildreichen Revieren im Vorland des Böhmerwaldes. Das sind landschaftlich sehr malerische Gegenden, flach bis hügelig, oft über 20.000 Hektar groß, mit Waldbeständen, Wiesen und Feldern, wo es viele Sauen gibt.

Auch in Tschechien werden günstige, pauschale Sautreibjagden angeboten, die sehr erfolgreich sind. Hier kann man etwa ein Stück Wild pro Schütze (optimale Gruppengröße 18 bis 20 Jäger) als Tagesstrecke erwarten. Während der drei Jagdtagen kann man von einer durchschnittlichen Gesamtstrecke um 30 bis 40 Stück Wild ausgehen. Gejagt wird drei oder vier Tage, je nach Wunsch der Gastjäger. Wenn die Jagdfreunde nur zu acht oder zu zehnt sind, kann noch eine andere Gruppe dazu genommen werden, um möglichst gut abzustellen und den Jagderfolg aller Teilnehmer zu steigern.

Bisher war der Anteil des Schwarzwildes an der Gesamtstrecke etwa 40 bis 50 Prozent, den Rest bildeten Rot-, Dam-, Muffel- und Sikawild, je nach Revier. Nach Tschechien kommt man nicht, um Monsterkeiler zu erlegen; dafür gibt es andere Jagdländer, die wir hier später vorstellen werden. Im Schnitt sind es in Tschechien Keiler mit einer Waffenlänge von 14 bis 18 Zentimetern, manchmal auch 20 Zentimeter, selten drüber.

Das Gelände und die gute Jagdorganisation ermöglichen sechs bis sieben Treiben pro Tag. Je nach Verhältnissen kann der Jäger seinen Standwechsel zu Fuß vornehmen, oder mit einem Fahrzeug, wenn die Wege länger sind. Als Unterkünfte werden komfortable Jagdhäuser, Landhotels oder kleine Pensionen benutzt, die sich in der Nähe des Jagdreviers befinden, mit Anfahrtszeiten zwischen 20 und 40 Minuten. Die Verpflegung ist ausgezeichnet, die berühmte böhmische Küche ausreichend bekannt. Auch hier zählen als beste Monate November, Dezember und Januar.

 

Bei drei Jagdtagen liegt der Pauschalpreis bei etwa 2.300 Euro pro Teilnehmer, worin alle Abschüsse von Schwarzwild (Bachen allerdings nur bis 70 Kilogramm), Rotkahlwild und Rothirschen bis Achtender, Sikawild (Sikahirsche sind nur bis 180 CIC-Punkte freigegeben) und Muffelwild (nur Widder bis 150 CIC-Punkte sind frei) enthalten sind. Trophäenträger über diesen Grenzen dürfen natürlich erlegt werden, werden aber gesondert nach Preisliste abgerechnet. Eine Besonderheit stellen die Bachen über 70 Kilogramm Körpergewicht dar, wenn sie versehentlich zur Strecke kommen sollten. Für einen solchen Abschuss muss der Gast einen sogenannten Hegebeitrag in Höhe von 200 Euro entrichten. Falls die Gruppe vier Tage lang jagen möchte, erhöht sich der Pauschalpreis und liegt dann bei 2.800 Euro pro Jäger.

Ungarn

Dieses vor der Wende so berühmte Jagdland überrascht auch heute mit guten Strecken bei Sautreibjagden, und zwar in freier Wildbahn und nicht in den Jagdgattern, was bei entsprechenden jagdwirtschaftlichen Massnahmen keine große Kunst ist. In der vergangenen Jagdsaison gab es Saudrückjagden im ungarischen Süden, auf denen elf Schützen in vier Tagen knapp über 100 Stück Schwarzwild erlegen konnten (Rotwild war nicht freigegeben), was ein herausragendes Ergebnis ist.

Dafür sind diese Jagden traditionell teurer als zum Beispiel in Polen, abhängig von der Anzahl der Schützen. Bei einer Gruppe von elf Jäger (bei denen man eine Gesamtstrecke von 50 bis 60 Sauen erwartet) liegt der Pauschalpreis bei circa 2.100 Euro nur für die Jagd; Servicekosten (Unterkunft und Verpflegung) müssen zusätzlich bezahlt werden (um 1.300 Euro pro Schütze). Grundsätzlich gilt, dass die Sautreibjagden in den staatlichen Revieren besser organisiert und wildreicher sind als in den genossenschaftlichen, dafür aber auch etwas teurer. Das aber lohnt sich, da die Strecken besser und gesichert sind.

Wir denken dabei vor allem an die großflächigen Jagdreviere (mit 20.000 Hektar und mehr) im Süden des Landes, flach und landschaftlich abwechslungsreich (Wald, Nutzflächen und Wiesen), mit einem beachtlichen Schwarzwildbestand. Diese forstwirtschaftlichen Reviere werden gewohnt professionell geführt und weisen die besten Gesamtstrecken auf. Örtliche Forstverwaltungen kümmern sich darum, dass ihre Gebiete gut erschlossen und mit Fahrzeugen bis in die entlegensten Teile für Teilnehmer einer Drückjagd erreichbar sind, was die Durchführung der Jagden ziemlich erleichtert. Hier werden seit Jahren gute Ergebnisse erzielt. Auch gemischte Strecken mit Rot-, Dam- und Rehwild gibt es, aber bei Treibjagden liegt der Akzent immer deutlich auf Sauen.

Bei diesen drei- oder viertägigen Pauschaldrückjagden werden in der Regel drei bis vier großflächig angelegte Treiben veranstaltet. Die Treiber sind sehr diszipliniert und kennen ihr Handwerk, weshalb der Erfolg nicht ausbleibt, solange die Gastjäger ihren Anteil dazu beitragen. Die Unterkünfte befinden sich im Revier, meist wunderschöne, komfortable Jagdhäuser, alles mit ausgezeichneter Verpflegung (nationale und internationale Spezialitäten).

Bulgarien und Rumänien

Diese zwei Balkanländer werden wir hier aus mehreren Gründen gemeinsam behandeln. Schon in der sozialistischen Zeit vor der Wende galten sie als Heimat der körperlich und trophäenmäßig stärksten Keiler, woher ihre lange Faszination für jeden passionierten Saujäger stammt. Allerdings spielte zu dieser Zeit nur Bulgarien im Jagdtourismus eine Rolle, da Rumänien bis zur Wende für uns im Westen unerreichbar war.

Bulgarien ist landschaftlich ein wunderschönes, wildes Land, das nach dem zweiten Weltkrieg ein sehr beliebtes Ziel der Jäger aus dem Westen war, und zwar vor allem wegen seiner starken Hirsche und Keiler. Die besten Saureviere befinden sich nach wie vor in den Vorbergen zahlreicher Gebirge, das bedeutet hügelige bis bergige Gegenden, die nicht einfach zu bejagen sind. Das gilt für Saudrückjagden genauso wie für Einzeljagden. Doch der große Wildbestand und die professionelle Jagdorganisation in den staatlichen Revieren haben schon immer sehr erfolgreiche Jagden ermöglicht.

Heute ist das nicht anders, obwohl es nach der Wende auch schlechtere Zeiten für uns Auslandsjäger gab. In den letzten 15 Jahren hat sich die Situation jedoch stark verbessert, und so werden in den hügeligen Revieren (meist Eichen- und Buchenwälder) wieder erfolgreiche Sautreibjagden veranstaltet. Die Reviere liegen von der Größe her im Schnitt bei 15.000 bis 20.000 Hektar, manchmal auch mehr. Standwechsel sind hier natürlich nicht ganz einfach, dafür aber kann der Jagdgast mit außergewöhnlichem Erfolg rechnen. Denn hier gibt es wirklich Bassen mit gewaltigen Körpergewichten (200 bis 250 Kilogramm, manchmal auch mehr) und hochkapitalen Waffen im Bereich 23 bis 28 Zentimeter. Das ist nicht einmal die Obergrenze, denn gelegentlich kommen auch Keiler mit einer Waffenlänge von 27 bis 29 Zentimetern und 140 bis 150 CIC-Punkten zur Strecke, womit Bulgarien natürlich eifrig für sich wirbt.

Meist sind die Jagden hier reine Sautreibjagden, die pauschal für etwa 2.100 Euro bei drei Jagdtagen angeboten werden, inklusive aller Abschüsse von Schwarzwild, auch von kapitalen Keilern. Ein zusätzlicher Jagdtag kostet um die 500 Euro. Je nach Gelände werden vier bis fünf Treiben pro Tag durchgeführt, bei 12 bis 14 Schützen erwartet man realistisch eine Tagesstrecke von ein bis zwei Stück Wild pro Büchse. Im Schnitt betragen die Gesamtstrecken hier 40 bis 45 Stück Schwarzwild, mit einem guten Anteil starker Keiler.

Gäste werden im Revier untergebracht. Dafür stehen traditionell sehr gepflegte und heute aufwändig renovierte Jagdhäuser zur Verfügung, so dass die Anfahrtszeiten sehr kurz sind. Die bulgarische Küche ist sehr beliebt und hervorragend, dazu kommt eine professionelle Jagdorganisation, was insgesamt dazu beiträgt, dass sich Jagdgäste (bei entsprechendem Jagderfolg, versteht sich) dort sehr wohl fühlen.

Die Schwarzwildreviere in den Vorbergen der rumänischen Karpaten (wo die meisten und erfolgreichsten Sautreibjagden veranstaltet werden) ähneln landschaftlich jenen in Bulgarien. Sie sind also nicht einfach zu bejagen, aber dafür kommen oft gewaltige Bassen zur Strecke, die jede Mühe vergessen lassen.

Erst nach der Wende war es uns möglich, in den wildreichen Jagdgebieten Rumäniens zu jagen, was damals zu Beginn der 1990er Jahre als jagdliche Sensation galt. Nach dieser anfänglichen Euphorie gab es plötzlich große Probleme mit Wildbeständen und Jagderfolg, viele Jagdagenturen strichen Rumänien sogar aus ihrem Programm bis sich die Lage durch Bemühungen der rumänischen Forstverwaltungen wieder verbesserte. Seit dem Ende der 1990er Jahre konnten hier dann endlich wieder gute Sautreibjagden angeboten werden.

Auch heute kann man in Rumänien wie einst an Saudrückjagden teilnehmen, auf denen nach Preisliste abgerechnet wird. Der Jäger zahlt bei drei Jagdtagen für den Service etwa 1.000 Euro, alle erlegte Stücke werden ihm dann nach Preisliste in Rechnung gestellt. Keiler bis 16 Zentimeter Waffenlänge kosten um 300 Euro, bis 20 um 450 Euro und ab 20 werden 600 Euro (plus 150 Euro pro jeden weiteren Zentimeter) verlangt. Stücke bis 60 Kilogramm unaufgebrochen kosten 80 Euro, Bachen ab 80 Kilogramm 250 Euro.

Da der allgemeine Trend bei Sautreibjagden zu einer pauschalen Abrechnung geht, bietet auch Rumänien Pauschaljagden, die aber von der Streckengröße abhängig sind. So zahlt eine Gruppe von 9 bis 13 Jägern für eine dreitägige Jagd 2.600 Euro bei erlegten 21 bis 30 Stück Schwarzwild, wenn aber 41 bis 50 Stück auf der Strecke liegen, kostet eine solche Jagd 3.300 Euro pro Jagdgast. Dabei sind alle Abschüsse enthalten, auch die der starken Bassen.

Spanische Monteria

Die traditionelle spanische Drückjagd ist etwas ganz Anderes als für uns gewohnte Treibjagden, weshalb man mit Recht ihren spanischen Namen „Monteria“ auch im Deutschen benutzt. Damit weiß jeder sofort, was gemeint ist: eine Gesellschaftsjagd mit bunter Strecke, wobei das Rotwild eine wichtigere Rolle spielt als das Schwarzwild, weshalb diese Jagd auch teuerer ist.

Sie wird auf großen eingezäunten Fincas veranstaltet, oft auch 2.000 bis 3.000 Hektar groß mit ganzen Bergen und Hügeln, so dass man praktisch wie in der freien Wildbahn jagt. Weil es sich oft um ein buschiges Gelände mit gutem Wildversteck handelt, werden sehr viele Jagdhunde (100, manchmal sogar 200 und mehr) und eine große Anzahl Treiber eingesetzt. Meist ist das nur ein einziges Treiben von mehreren Stunden, das Wild wird mehrmals hin und her getrieben, damit die abgestellten Schützen genug Schießgelegenheiten bekommen und große Strecken erzielt werden können.

Aufgrund der anderen Jagdtradition der Sautreibjagden im deutschsprachigen Bereich waren Monterias hier nie so populär. Doch es lohnt sich sehr, einmal an dieser Jagd teilzunehmen und alles mit eigenen Augen zu sehen und unmittelbar mitzuerleben. Auch mit nur zwei, drei Jagdfreunden kann man diese Jagd buchen und einfach zu einer spanischen Gruppe dazu stoßen; man wird sehr freundlich aufgenommen und kann alles genießen.

Eine klassische Monteria ist keine billige Angelegenheit. Sie kostet bei drei Jagdtagen oft knapp über 4.000 Euro pro Jäger, dafür dürfen mehrere Rothirsche erlegt werden. Da es sich um eine großangelegte Drückjagd handelt, nehmen daran bis zu 25 Schützen Teil. Normalerweise werden an verschiedenen Jagdtagen verschiedene Wildarten und Trophäenstärken freigegeben. Zum Beispiel dürfen am ersten Tag Rothirsche unter 10 Sprossen und alles Rotkahl- und Schwarzwild erlegt werden, am zweiten Tag zwei Rothirsche, Sauen und alle weiblichen Stücke, am dritten Tag weibliche Stücke und Schwarzwild, usw. Jede Monteria hat ihre eigenen Regeln, über die man vorher genau informiert wird. Man erwartet eine Gesamtstrecke von etwa 250 (!) Stück Wild.

Solche traditionellen Monterias werden in verschieden Teilen des Landes zu ähnlichen Preisen angeboten. Ein Beispielfall mit einem Preis um 4.500 Euro pro Jäger findet auf einer 2.000 Hektar großen Finca in drei Tagen statt, an denen drei Rothirsche (ohne Trophäenbegrenzung), fünf Stück Rotkahlwild und eine unbegrenzte Anzahl von Schwarzwild pro Schützen freigegeben sind, bei maximal 30 Büchsen insgesamt. Ein einziges gewaltiges Treiben dauert praktisch den ganzen Tag (von 9 bis 15 Uhr). Danach wird das Wild geborgen und am Abend wird Strecke gelegt. Hierbei wird eine Gesamtstrecke von 30 bis 40 Stück Schwarzwild, 70 bis 80 Hirschen und 120 bis 130 Stück Kahlwild erwartet. Wenn auf einer Finca auch Dam- und Muffelwild vorhanden sind, können auch sie in einem bestimmten Rahmen mit einbezogen werden.

Wer das einmal erleben will, kann sich auf exzellente spanische Spezialitäten, spanischen Wein, eine herbe Landschaft und ausgelassene Geselligkeit der Jäger freuen. Sicher ist, dass man eine Monteria so schnell nicht wieder vergisst.

Wer aber eine traditionelle spanische Monteria in freier Wildbahn bevorzugt, für den gibt es auch Angebote in der westlichen Provinz Extramadura. Nach Wunsch kann hier auch nur einen einzigen Tag gejagt werden, dafür zahlt man etwa 1.500 Euro (für zwei Jagdtage 2.500 Euro) und kann auf Rothirsch, Kahlwild und Sauen waidwerken. Auch hier werden über 100 Jagdhunde eingesetzt und viele Treiber, als Unterkunft ist eine jagdliche Finca vorgesehen, die sehr zünftig eingerichtet ist und wo selbstverständlich auch traditionelle spanische Küche genossen werden kann.

Iran

Zum Schluss werden wir zwei Jagdländer vorstellen, die man durchaus als exotisch bezeichnen kann, die aber lohnende Ziele für jeden passionierten Saujäger darstellen. Und mehr als das. Den Iran oder Pakistan zu bereisen und dort zu jagen, ist etwas ganz Besonderes, so dass lange noch auch unsere Enkel davon erzählen werden, dass ihr Großvater einmal dort war während sie die mitgebrachten Keilerwaffen bewundern.

Mit Recht nennt man den Iran das Zukunftsland für Keilerjäger und Sautreibjagden. Vor allem entlang der Küste des Schwarzen Meeres gibt es enorm hohe Schwarzwildbestände und kapitale Bassen. Leidenschaftliche Saujäger haben oft das Problem, dass sie nicht in der Lage sind, die großen Gruppen zusammenzustellen, die man für erfolgreiche Sautreibjagden braucht. Im Iran aber ist das gar nicht nötig. Die äußeren Umstände und erfahrene Jagdorganisatoren vor Ort ermöglichen es, auch für kleine Gruppen von nur vier bis zehn Jägern wirklich exzellente Drückjagden durchzuführen. Hier werden nur die Hauptwechsel abgestellt, erfahrene und ortskundige Treiber in geringer Zahl drücken dann das Gelände durch und sind in der Lage, die Sauen so in Bewegung zu setzen, daß sie die Haupwechsel nehmen und die Jäger so die Gelegenheit bekommen, gute Strecke zu machen.

Als Tagesstrecke rechnet man im Schnitt ein Stück Wild pro Schützen. Oft ist es natürlich mehr, und vor allem sind immer kapitale Bassen zu erwarten, im Bereich 20 bis 23 Zentimeter Waffenlänge. Aber auch Trophäen mit 27 und 28 Zentimetern sind schon von Jagdgästen erlegt worden, mit breiter Basis und dicken Haderern. Für eine solche Sautreibjagdwählt man am besten die Wintermonate November bis Januar.

Je nach Wunsch kann man hier nach Preisliste abrechnen oder pauschal. Die Preise für Abschüsse sind relativ niedrig, für Waffen von 18 bis 20 Zentimetern Länge zählt man um die 850 Euro, über 20 Zentimeter etwa 1.100 Euro. Wegen der langen Anreise lohnt es sich, fünf Tage zu jagen. Jeden Tag werden drei bis vier Treiben durchgeführt, wenn nötig fährt man von Treiben zu Treiben mit einem Geländewagen. Die Jagdorganisation ist sehr professionell und arbeitet effektiv, was vor allem kleineren Gruppen zugute kommt.

Es muss betont werden, dass das Schwarzwild in mehreren Landesteilen vorkommt, die Bejagung aber vor allem in den Vorbergen des Elbrus-Gebirges im Norden zwischen dem Kaspischen Meer und dem Persischen Hochland stattfindet, weil dort die stärksten Keiler und besten Gesamtstrecken zu erwarten sind. Diese Bassen haben nicht nur gewaltige, massige Waffen, sondern auch große Körpergewichte, so dass Erlegerfotos mit ihnen wirklich Eindruck im Jägerkreis machen.

Die Gastjäger werden je nach Jagdgebiet in Landhotels oder Gästehäusern der Jagdverwaltungen untergebracht, die Anfahrt zur Drückjagd dauert 20 bis 60 Minuten. Die iranische Küche ist ausgezeichnet und entspricht voll dem westlichen Standard. Die politische Lage ist weiterhin stabil, die Menschen dort sehr freundlich und außerordentlich gastfreundlich, so dass sich der Gastjäger wirklich wohlfühlen kann.

Wer lieber eine pauschale Sautreibjagd machen will, für den ist das im Iran natürlich auch möglich. Für eine kleinere Gruppe von vier bis acht Jägern kostet sie um 4.800 Euro bei fünf Jagdtagen (eine Reisewoche). Darin sind alle Jagd- und Abschusskosten inbegriffen. Sie wird günstiger (4.500 Euro), wenn die Gruppe größer ist (9 bis 14 Schützen).

Der Iran hat eine große und lange Tradition im internationalen Jagdtourismus (mit kleinen Unterbrechungen) und war schon immer ein begehrtes Ziel deutschsprachiger Waidmänner; darüber zeugen auch zahlreiche Jagdbücher mit Erinnerungen. Seit über zehn Jahren ist das Land für internationale Jäger wieder offen und vor allem Saujäger sollten diese Möglichkeit nutzen, einmal Persien zu sehen und ihr Waidmannsheil auf die mit stärksten Bassen der Erde zu versuchen.

Pakistan

Kürzlich kreiste unten Jägern die Geschichte über eine Gruppe Saujäger, die im vergangenen Winter in Pakistan in fünf Tagen knapp 90 Sauen auf einer Drückjagd erlegt hatten. Was viele als Übertreibung abtaten ist in der Tat eine wahre Geschichte. Diese sechs Waidmänner konnten tatsächlich solch eine Strecke erzielen, darunter waren über 70 Sauen, den Rest machten Schakale und Füchse aus. Elf Trophäenkeiler waren dabei, ein wirklich beeindruckendes Ergebnis. Ein Jäger konnte an einem Stand zehn Sauen erlegen, einige davon auch auf relativ große Entfernung zwischen 100 und 200 Meter.

Es wurde von wunderschönen Landschaften und freundlichen Gastgebern in einem kleinen Dorf berichtet, wo diese Sautreibjagd stattfand. Dort waren die Felder der lokalen Bauern bis zu 95 Prozent umgebrochen, da die Einhemischen weder Sauen bejagen noch ihr Wildbret verzehren. So waren alle im Dorf sehr froh darüber, dass die Gäste so viel Jagderfolg in wenigen Tagen erzielen konnten.

Im exotischen Pakistan werden seit über 20 Jahren Sautreibjagden veranstaltet, was zu Beginn eine Pionierleistung des verstorbenen deutschen Pakistanspezialisten Rudi Humme war. Diese Jagden gelten nach wie vor als Geheimtipp, vor allem bezüglich kapitaler Bassen und relativ hoher Strecken. Mit Recht, denn die Situation hat sich für Gastjäger aufgrund gewachsener Schwarzwildbestände noch verbessert und verspricht auch heute sehr gute Jagderfolge. Da wundert man sich nicht, dass das Interesse an diesen besonderen Drückjagden deutlich gestiegen ist.

Erfreulich ist auch die Nachricht, dass man in Pakistan gute Gesamtstrecken (bei zehn Schützen 60 Sauen und mehr) und einen hohen Anteil an starken Keilern erwarten kann. Zur Zeit stehen über 20 Jagdebiete für Sautreibjagden zur Verfügung und die Jagdorganisation ist gut. In allen Gegenden sind die Treiber sehr motiviert und freuen sich über ausländische Jagdgäste. Hier handelt sich nicht um touristische, sondern um jagdliche Angebote. Das heißt, Gäste müssen dort jagen, wo die Sauen sind und der beste Jagderfolg erzielt werden kann, so dass man meist in Dorfhäusern untergebracht ist, die von Einheimischen zur Verfügung gestellt werden. Nach Bedarf können auch klassische Zeltcamps eingerichtet werden.

Die Anreise erfolgt über Islamabad, danach fährt man drei bis vier Stunden bis zum jeweiligen Jagdgebiet. Nach der Jagd gibt es in der Regel noch etwas Zeit für Besichtigungen (Basar, Paläste usw.). Eine gute Jagdorganisation ist gewährleistet, da die Uhren in Pakistan etwas langsamer laufen, sollte der Gastjäger aber etwas Geduld und Verständnis für andere Sitten mitbringen. Pro Tag werden drei bis vier Treiben durchgeführt und am Ende wird eine relativ hohe Gesamtstrecke erzielt. Der Jäger kann die eigene Waffe (Büchse) mitnehmen und bis 200 Patronen eingeführen. Es kann leicht passieren, dass man diese Menge auch braucht.

Pauschalpreise hängen davon ab, wie groß die Gruppe ist und wieviel Jagdtage man buchen möchte. Bei nur zwei bis drei Jägern und drei Jagdtagen liegt der Preis bei 3.300 US Dollar (immer inklusive Service und Abschüsse), bei sieben bis zehn Schützen bei 2.100 Dollar. Wenn die Gruppe vier volle Tage jagen will, wird alles noch etwas teurer, so dass zwei bis drei Jäger 3.850 Dollar bezahlen. Eine größere Gruppe (sieben bis zehn Jäger) muss 2.500 Dollar hinblättern. Nach Wunsch können auch fünf Drückjagdtage gebucht werden und der Preis erhöht sich etwas.

Wir haben hier eine Auswahl sehr verschiedener Sautreibjagden vorgestellt, und hoffen, dass sie einem passionierten Saujäger helfen können, genau das Jagdland und genau die Jagdgelegenheit zu wählen, die ihm am besten gefallen und seinen Jägerträumen am nähesten kommen.

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